Archiv für Oktober 2009


Unter weiten Bögen

30. Oktober 2009 - 19:48 Uhr

Ein heikles Thema kommt zur Sprache. Männer sind eigener Ansicht nach meist von Natur aus mit perfekten Augenbrauen bestückt. Motivation zu neuer Ausrichtung, Veränderung der Länge, Farbe oder des Styles ist in den meisten Fällen eher nicht notwendig. Das verhält sich bei Frauen erfahrungsgemäß anders. Ein weiteres Spielzeug, was man kosmetisch bearbeiten kann. Im besten Fall zwei. Das ist ja auch alles super so und ich will hier auf keinen Fall einen Eklat der Augenbrauen-Modifizierer vom Zaun brechen. Es gilt weiterhin: Die weibliche Augenbraue ist unantastbar.
Heute allerdings ist mir ein Paar der besagten Exemplare aufgefallen, das ein Paradebeispiel für den Trigonometrie-Unterricht Mathemathik Oberstufe wäre. So etwas habe ich noch nie vorher gesehen. Da ich keinen Fotoapparat zu Hand hatte und das vermutlich auch nicht so super angekommen wäre, habe ich mir den mathemathischen Aufbau der Augenbrauen gemerkt. War eigentlich ganz einfach. Im Prinzip war es das obere Viertel eines Kreises, abgeteilt durch ein durch den Mittelpunkt des Kreises gezogenen Kreuzes. Schwer vorzustellen? Ich hab das mal in QCad skizziert. Die schwarzen Balken oben markieren die Augenbrauen. Ich hab nur den oberen Teil des Kreuzes gezeichnet, also die beiden 45 ° abstehenden Linien, die aus dem Mittelpunkt kommen. Da es sich tatsächlich um zwei Augenbrauen handelte, habe ich noch behelfsmäßig die Lücke anhand von zwei Konstruktionslinien frei gelassen.
augenbraue

Nun kam mir die Lage der Augenbrauen insgesamt etwas falsch vor. Ich habe mich mal informiert, wie man Augenbrauen eigentlich modelliert, und die Regel lautet etwa so: Man zieht gedanklich einen Strich vom äußersten Punkt des Nasenflügels bis zum Außenrand des Auges und verlängert die Linie. Dort wo sich Linie und Augenbraue treffen, ist für die Augenbraue Schluss (da gibt es übrigens ein Topsong von Radiohead zu: klick). Das macht man dann auch noch für die andere Seite und voilà, die perfekte Augenbraue ist geschaffen. Wenn man jetzt noch in der Mitte zupft, hat man sogar zwei davon.

Ausgehend von der These, dass meine obige Skizze tatsächlich die Lage der Augenbrauen der jungen Dame korrekt beschreibt, kann man leicht belegen, dass hier falsch gearbeitet wurde. Ich habe dann nämlich noch mal zuhause mein Gesicht vermessen und festgestellt, dass der Winkel zwischen den beiden Strichen (in der Skizze 90° = 2 x 45°) bei mir lediglich 81,6° beträgt. Das ergibt sich aus der Tatsache, dass mein Augenabstand (gemäß oben genannter Regel gemessen an den äußeren Enden) 10,5 cm beträgt. Meine Augen sind etwa 2 cm hoch und der Abstand vom unteren Augenrand bis zur korrekten Nasenflügel-Position beträgt vertikal 3,5 cm. Mathematisch versierte Leute sehen mit einem Blick, dass der gewünschte Winkel a (für Augenbraue :-)) = 2 * (arctan (4,5 / 5,25)) = 81,6° ist. Ich halte meine Augenbrauen durchaus für durchschnittlich. Ich würde mich aber freuen, wenn viele Leute (mit unbehandelten Augenbrauen) bei sich auch noch mal nachmessen und ihr Ergebnis dann als Kommentar posten, damit wir vielleicht ein arithmetisches Mittel bilden können. Vielen Dank.

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Tanze, kleiner Roboter

28. Oktober 2009 - 20:02 Uhr

Eigentlich müsste einem Karol, der kleine Roboter, ja Leid tun. Er bewohnt eine Welt, die nur 5 mal 10 Schritte groß ist. Dazu kommt, dass es in dieser Welt ausschließlich Quader und Ziegel gibt, mit der sich Karol beschäftigen kann. Und doch ist Karol glücklich wie nie, jedenfalls wenn man ihm das befiehlt. Er ist nämlich programmierbar und das mit einer äußerst spärlichen Syntax, was die Erlernbarkeit maßgeblich erhöht.
Damit Karol ein bisschen Spass hat, habe ich ihm Musik angemacht und eine Art Walzer beigebracht. Problematisch ist dabei, dass ich gar keinen Walzer beherrsche. Das kann man im Video auch ganz gut sehen.

Als ich das Video fertig hatte, ist mir aufgefallen, dass der Tanz immerhin so professionell aussieht (jedenfalls bei 2 fps), dass man in Erwägung ziehen könnte, ihn auf Hochzeiten und anderen furchtbaren Feiern zu benutzen. Immerhin missachtet er jegliche Taktarten (es läuft Walzer im Hintergrund, aber man glaube mir, es hätte auch etwas im 4/4-Takt sein können) und ist so auch für völlig unmusikalische Genossen tanzbar. Zwei Bedingungen müssen allerdings gegeben sein. Zum einen darf man keine(n) Tanzpartner(in) haben und es sollten sich wenige andere Menschen auf der Tanzfläche befinden. Am besten man ist Nerd, dann ist wenigstens die erste Bedingung definitiv gegeben.

Hier ist die Anleitung. Sie ist darauf optimiert, sich während des Tanzens nicht in irgendwelchen Raumecken zu verfangen und gibt Lösungsvorschläge bei Kollisionen mit Wänden.


wiederhole immer
wiederhole 4 mal linksdrehen *wiederhole
wenn nichtistwand dann
schritt
sonst wiederhole 2 mal linksdrehen *wiederhole
wiederhole 2 mal schritt *wiederhole
*wenn
linksdrehen
wenn nichtistwand dann
schritt
sonst wiederhole 2 mal linksdrehen *wiederhole
wiederhole 2 mal schritt *wiederhole
*wenn
wiederhole 4 mal rechtsdrehen *wiederhole
wenn nichtistwand dann
schritt
sonst wiederhole 2 mal rechtsdrehen *wiederhole
wiederhole 2 mal schritt *wiederhole
*wenn
rechtsdrehen
wenn nichtistwand dann
schritt
sonst wiederhole 2 mal rechtsdrehen *wiederhole
wiederhole 2 mal schritt *wiederhole
*wenn
*wiederhole

Das “wiederhole immer” am Anfang ist natürlich nicht ernstzunehmen, sondern durch eine sinnvolle und unpeinliche Zeit zu ersetzen, die man auf der jeweiligen Feier ohne Partner auf der Tanzfläche verbringen kann.

Falls jemand seinen eigenen Tanz basteln möchte, so sei ihm Karol ans Herz gelegt. Man findet die Software hier.

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Schere, Stein, Papier

28. Oktober 2009 - 01:26 Uhr

Nachdem ich mich heute den ganzen Tag mit störrischen ODBC-Treibern geprügelt habe (virtuell), sah ich mir noch eine Folge “The Big Bang Theory” an. Es handelt sich vermutlich um eine Serie, die nur zwei Reaktionen zulässt. Entweder man liebt oder hasst sie. Ich gehöre zu denen, die sie lieben und das liegt in weiten Teilen an Dr. Sheldon Cooper, einem 26-jährigen Voll-Nerd mit autistischen Zügen, der von seiner Umwelt vollkommen isoliert scheint. Er redet den ganzen Tag nur wirres Zeug, diffamiert seine Freunde als Idioten und lobt seine eigene überlegene Art.
In der heute gesehenen Folge erklärt Sheldon, dass das Spiel “Schere, Stein, Papier” bei Leuten, die sich kennen, zu 75 % – 80 % unentschieden ausgeht. Um dieser unbefriedigenden Quote aus dem Weg zu gehen modifiziert er das Spiel und macht daraus “Schere, Stein, Papier, Echse, Spock”. Ich glaube es wird nicht erklärt, um wie viel Prozentpunkte sich das auf die unentschiedenen Spiele unter Freunden und Bekannten auswirkt.
Der treue Leser meines Blogs wird jetzt erkennen, dass es keinen Sinn macht jedem Witz aus einer Sitcom einen eigenen Beitrag zu widmen, daher komme ich nach einem gewohnt kurzen Intro zum Punkt.
Um die Regeln des modifizierten Spiels mit der Echse und Mr. Spock noch mal durchzugehen suchte ich im Internet danach und stieß auf folgenden Link. Dieser Link führt witzigerweise zu dem richtigen Sheldon, wenn man das so sagen kann, denn unter dem Video (welches nicht funktioniert) ist ein Link angegeben zu der Homepage von Sam Kass, der das Spiel in der Tat schon vor rund zehn Jahren mit einer Echse und Mr. Spock modifiziert hat.
Eigentlich hatte ich ab dem Zeitpunkt dieser Erkenntnis genug von Schere, Stein, Papier, wohlwissend, dass ich, wenn ich es das nächste mal spielen muss, sowieso “Spock” wählen werde und anfange zu lachen (natürlich ohne mein Gegenüber vorher über die Erweiterung aufgeklärt zu haben).
Meine Recherche führt mich dann aber noch kurzfristig in die vollkommene Geek-Hölle.
Hier beginnen die Dinge, in die falsche Richtung zu gehen. Ein Schere-Stein-Papier-Spiel, erweitert um 12 Handgesten. Da kann man sich schon die meisten Ausgänge nicht merken. Völlig geisteskrank wird es dann aber hier mit 101 Gesten und einem Jahr Erschaffungszeit. Man muss doch wissen, dass das nie jemand spielen wird (außer vielleicht gegen ein Javascript-Game). Aber gut, dass sich mal jemand damit beschäftigt hat. Die Wahrscheinlichkeit, ein Unentschieden gegen einen Freund zu erzielen, ist jetzt definitiv sehr gering. Die Wahrscheinlichkeit überhaupt noch Freunde zu besitzen allerdings ebenfalls.

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Der Kuchen ist eine Lüge

21. Oktober 2009 - 13:41 Uhr

Im Internet Surfen macht Spaß. Und man stößt jedesmal wieder auf interessante Sachen, von denen man vorher nie gehört hat. Gestern bin ich zum Beispiel über die Geschichte von Peter Kleissner aus der Nähe von Wien gestolpert. Er hat ein Rootkit geschrieben, dass den Masterbootrecord eines Systems modifiziert und so die totale Kontrolle über das System erhält. Der Name dieses Rootkit ist “Stoned” in Anlehnung an ein Rootkit aus den späten 80ern, welches ebenfalls “Stoned” hiess und damals für große Furore sorgte.
Peter Kleissner behauptet in seinem Blog, Stoned würde sogar die Funktionsweise von TrueCrypt umgehen, einem Open-Source Verschlüsselungsprogramm für Dateisysteme. Dabei entfacht er eine Diskussion über die Innovation seines Rootkits, denn solche Software hat es eigentlich seit je her gegeben, genauso wie das Dilemma, dass sobald jemand Administrator-Rechte besitzt, die volle Gewalt über den Masterbootrecord hat und somit ebenfalls fähig ist, die Gewalt über die Maschine zu übernehmen.
Worauf ich hinaus will, ist eigentlich auch etwas ganz anderes. Folgt man der Diskussion im Internet und klickt sich durch die Trackbacks, dann landet man nach kurzer Zeit bei einem Mitarbeiter von McAfee, Simon Hunt, und der hat wiederum seinen eigenen Blog, in dem er den Eintrag von Peter Kleissner kommentiert. Dort findet man unter anderem den Verweis auf seine Lieblings-PC Spiele. Und genau darauf wollte ich hinaus.
Eines davon ist Portal und das sieht mal richtig cool aus. Die Handlung ist etwas simpel geraten, wie bei leider so vielen Spielen mit genialem Gameplay Die Handlung ist in die Handlung des Spiels Half-Life eingebettet. Kurz angerissen geht es darum, dass man ein Testobjekt in einer Forschungseinrichtung ist. Ausgestattet mit einem speziellen Gerät hat man die Fähigkeit sich zu teleportieren. Dieses Gerät markiert zwei Orte, den einen als Einstiegspunkt, den anderen als Ankunftsort. Zwischen diesen Orten ergibt sich ein Portal, daher kommt dann wohl auch der Name des Spiels.
Während des Spiels stellt die Künstliche Intelligenz des Forschungslabors immer vor neue Aufgaben. Partizipation erfordert Motivation und so verspricht einem die Künstliche Intelligenz des Forschungskomplexes einen Kuchen als Belohnung, wenn man ans Ziel gelangt. Dies klingt in der Tat ein bisschen simpel, aber die Idee ist eigentlich super. Der Spieler wird während des Spiels immer wieder mit der KI in Kontakt treten und mit zunehmender Zeit erscheint es, dass die Aussagen der KI etwas schizophren wirken. Einerseits ist sie sehr freundlich, andererseits versucht sie einen in tödliche Fallen zu locken. “The cake is a lie” (Achtung, Zusammenhang zur Überschrift) ist dabei eine der Parolen, die zum Schluß an den Wänden gekritzelt stehen.
Alles in allem klingt das sehr verlockend, besonders wenn man die Wirkungsweise des Teleportierens verstanden und gesehen hat. Das habe ich natürlich auch mal vorbereitet. Ein ausführliches Video dazu gibt es hier:

Ich als eigentlicher Nicht-Gamer habe das Spiel natürlich noch nicht angetestet, zudem ist es uralt. Meine Informationen basieren im Wesentlichen auf dem englischen und deutschen Wikipedia-Artikel dazu.

Geniales gesellt sich oft zu Genialem und so hat auch die Open Source Community daran gemacht, einen Portal Clone zu schreiben. Er nennt sich Exite, besitzt eine völlig veraltete Projekt-Homepage und während meiner (leider etwas kurz ausgefallenen) Recherche habe ich auch keine lauffähige Binary finden können. Das Video auf der Projektseite sieht dennoch ziemlich vielversprechend aus.

Sei es drum: “Der Kuchen ist eine Lüge” ist eine Aussage, die an jeden Verwandtschafts-Kaffeetisch gehört!

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IIVL&A<GBf/|:|ej[^M9

16. Oktober 2009 - 19:38 Uhr

Jahaa, die Überschrift sieht aus, als wäre ich mit dem Kopf auf der Tastatur aufgeschlagen. Ist aber nicht so. Vielmehr handelt es sich um eine “zufällige”* Zeichenkette, generiert von einem Programm namens passwrd. Dieses ist ein Nebenprodukt meiner (erfolgreichen) Überlegungen über Typecasting in Visual Basic .Net.
Unkreative Menschen wie ich verschwenden zuviel Lebenszeit damit, sich irgendwelche Passwörter für Accounts auszudenken. Damit ist jetzt Schluß. Zumindest unter Windows.
psswrd generiert eine “zufällige”* Zeichenkette aus den ASCII Werten (dez.) 33 – 126 und umfasst damit sämtliche Sonderzeichen, Groß- und Kleinbuchstaben, sowie Ziffern. Der Clou ist, dass es diese Zeichenkette nicht nur generiert, sondern sofort in die System-Zwischenablage schreibt, so dass man das generierte Passwort einfach nur noch in das entsprechende Textfeld einfügen muss.
Da die Passwörter aber nicht unbedingt leicht zu merken sind, macht es durchaus Sinn, die Passwörter im Browser zu speichern. “Oho, welch gefährlicher Tipp”, werden jetzt manche sagen und sie haben vollkommen recht. Wenn man die Passwörter speichert, sollte man sich ein Masterpasswort festlegen (bin Firefox-Nutzer – > Restliche Browser = keine Ahnung).

Download (Windows 7 / XP) von passwrd.exe

Der Quelltext von passwrd.exe

Tipp zur Installation: Die passwrd.exe kann man in den System32 Ordner kopieren. Dann funktioniert es auch, bei “Ausführen” einfach passwrd einzutippen und schon ist das Passwort in der Zwischenablage.

*: Warum das Wort “zufällig” immer in Anführungsszeichen? Computergenerierte Zufälle sind keine Zufälle, sondern Ergebnisse von komplizierten, durchaus aber zurückverfolgbaren Algorithmen. Hundertprozentig sicher sind die Passwörter von passwrd also nicht, aber 1000x besser als “1234567890meinname”

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