Archiv für August 2008


Achtung Zollkontrolle

29. August 2008 - 14:45 Uhr

Vorgestern war ich mit meinem Umzugsgerümpel in einem Mercedes Sprinter auf der A27 zwischen Bremen und Hannover unterwegs. Die ganze Zeit schon fuhr ein Passat des deutschen Zolls um mich herum, ließ sich zurückfallen und holte wieder auf. Kurz vor der Auffahrt zu einer Raststätte scherte der Passat vor mir ein und machte sein Laufband an. “Follow me – Bitte folgen – Zoll – Douane(?)” blinke es nacheinander auf. Als wir in die Auffahrt einbogen dachte ich noch, wir fahren auf den normalen Parkplatz der Raststätte. Die Zollbeamten dachten sich wohl was anderes, als sie mit einem kurzen Schlenker in der Nothaltebucht anhielten. Fast wäre ich ihnen hinten draufgefahren. Ich hatte immerhin jede Menge geladen und einen wesentlich längeren Bremsweg. Als ich dann ausstieg wurde ich schroff nach meinem Ausweis gefragt. Nach einer kurzen Kontrolle bat mich der Beamte zu erläutern, was ich so geladen hatte. “Umzugskram”, antwortete ich. Er bat, die Ladung sehen zu dürfen. Wir gingen um den Wagen herum. Bei der Beifahrertür sagte ich, dass mein Rechner, DVD-Player und weitere Elektronik-Sachen auf dem Beifahrersitz liegen. “Sind illegal heruntergeladene Musikdateien auf dem Rechner?”, fragte er. “Nein, die habe ich vor dem Umzug alle gelöscht”, antwortete ich, ohne mir das Grinsen verkneifen zu können. “Sehr gut”, antwortete er lachend. “Das hätten wir sonst alles kontrollieren müssen”. Nachdem ich die Heckklappe geöffnet hatte, verging dem Beamten auch spontan die Lust auf eine weiter Stichprobe. Der Sprinter war gerammelt voll und alles lag kreuz und quer. Ladungssicherung war wohl nicht sein Fachgebiet, denn sonst hätte er mich damit definitiv drangekriegt. “Tja, das ist wohl Umzugsgut”, sagte er und ging anschließend in Richtung seines Wagens. “Gute Weiterfahrt”, wünschte er mir noch und ich tat es ihm gleich. Das ganze Spektakel hatte keine fünf Minuten gedauert.

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Living Jukebox

25. August 2008 - 01:19 Uhr

Junggesellen-Abschiede haben meistens ein Thema. Das ewige “Kondome verkaufen” oder “Frauen die Waschanleitung von der Unterwäsche entfernen” kannte ich bis dato. Die Living Jukebox war mir bislang aber zum Glück erspart geblieben. Zur Erläuterung: Der Noch-Junggeselle trägt hierbei ein T-Shirt mit einer Playlist, also Songs, die sich andere von ihm wünschen können. Auf Wunsch singt er dann auch einen dieser Songs, jedoch muss der Wünschende ihm dafür eine festgelegte Summe zahlen, die auch auf dem T-Shirt vermerkt ist. Ein weiteres wichtiges Element der Living-Jukebox ist der erhöhte Alkoholkonsum, der die Gesangsfähigkeiten des Noch-Junggesellen maßgeblich erhöht.
Genau solch einen Junggesellenabschied ist mir letztens über den Weg gelaufen. Leider im Zug, wo jegliche Fluchtmöglichkeit außer Betracht fällt, wenn man bis zur Endstation durchfahren muss. Der arme Bald-verheiratete hatte einen ziemlich bescheuerten Strohhut auf, eine Ukulele mit Paketschnur umgehangen und so ziemlich alle Musikstücke auf seinem T-Shirt gelistet, die niemand hören will. Ich hatte die Truppe von circa 6 Leuten zwar schon am Bahnhof als Junggesellen-Abschied erkannt, mir aber bei der Ukulele nichts Böses gedacht. Keine fünf Minuten nachdem wir den Bahnhof verlassen hatten ging es los. “Durch den Monsum” von Tokio Hotel ist schon im Originalen kein Geschenk. Von sechs Personen, die allesamt voll sind wie zehn Russen (jeder!) ist es aber noch grauseliger. Allerdings fand ich es zu diesem Zeitpunkt noch lustig. Dann aber bemerkte ich den Trick, den die lustige Truppe durchzog. Die Sänger, von ihrem Talent durchaus überzeugt, riefen nach jedem Song selber laut “Zugabe! Zugabe!” und stimmten dann gleich den nächsten Song an. Natürlich muss die Person, die sich den ersten Song gewünscht hat, auch den zweiten bezahlen, obwohl dieser dann nicht ihr Wunsch war. Erstaunt war ich anfangs noch über die Textsicherheit. Als sie dann aber zu uns in den Wagon kamen sah ich die Textkärtchen, die sie vorher klugerweise einlaminiert hatten. Da man im Zug aber aufgrund völliger Überfüllung meist hintereinander stehen muss, wenn man sich im Gang befindet können die hinteren der Sängertruppe die Karten leider nicht mehr erkennen. Macht aber nichts. Jedenfalls ist es kein Grund nicht mitzusingen. Ein lallendes “Schaalalalaaaaa” reicht ja im Grunde auch.
Auch das wäre alles noch okay gewesen, wenn an diesem Tag nicht auch noch eine ziemlich perfekte Fußballmannschaft in der Stadt gespielt hätte, in die ich gerade fuhr. Natürlich waren sehr viele Fans mit im Zug, die ins Stadion wollten. Und was ist der Lieblingstext eines jeden Fußball-Fans? Genau: “Schalalalalaaaa”! Und so wurde auch fleißig von sämtlichen Fans mitgesungen. Minderheiten wie normale Pendler warfen mir dankbare Blicke zu, als ich dem Noch-Junggesellen zwei Euro gab, mit der Bitte in diesem Wagon nicht zu singen. Bei sowas bin ich Robin Hood.
Als sie vorbei waren hörte ich sie noch zwei Wagons weiter gröhlen. Schon wieder Tokio Hotel. Man konnte gerade noch

Ans Ende der Zeit bis kein Regen mehr fällt. Gegen den Sturm, am Abgrund entlang….

hören und nur hoffen, dass die nicht auch solange singen. Aber vielleicht hätte das dann auch der Sturm in Kombination mit dem Abgrund irgendwie beendet.
Falls in meinem Freundeskreis in der nächsten Zeit ein Junggesellen-Abschied stattfinden sollte, werde ich wieder Robin Hood sein und mich dafür einsetzen, dass der Betroffene Frauen die Waschanleitungen aus ihren knappen Höschen schneiden darf. So fühlen sich jedenfalls nicht so viele Menschen belästigt. Bis auf die Frauen.

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Internetsuche für Fortgeschrittene

19. August 2008 - 23:22 Uhr

Man muss sich fragen, ob die Suche im Internet über Suchmaschinen eigentlich noch sinnvoll ist.

Beispiel: Aus aktuellem Anlass suche ich derzeit nach einem bestimmten Gemüseschneider. Genaugenommen den “Schneidboy” von Ritter. Das Gerät erfreute sich anscheinend in den 50er und 60er Jahren größerer Beliebtheit und zählt heute zu einem beliebten Sammlerstück unter Küchengeräte-Liebhabern. Wie auch immer man zu einem Küchengeräte-Liebhaber wird.

Da ich das gute Stück ziemlich schnell brauche, habe ich einfach mal das Nachfragen in einem Kaufhaus übersprungen und sofort im Internet gegooglet. Die Ergebnisse waren erschreckend. Auf den ersten Blick sah es gut aus. 263 Suchergebnisse wurden gefunden, teilweise schon mit Preisangaben und Artikelbeschreibungen.

Artikelbeschreibung? Dieses Wort erinnert mich doch irgendwie an… eBay! Genau. Auf den ersten 2 Seiten (20 Ergebnisse) befinden sich genau 12 eBay-Auktionen, davon 5 aus Deutschland. Der Rest verteilt sich auf Nachbarländer. “Deze aanbieding is afgelopen” meckert eBay-Belgien. Die anderen tun es in ihrer Landessprache ebenso. Wieder dazugelernt: “Questa inserzione è scaduta” ist Polnisch und bedeutet wohl, dass die Auktion zuende ist.

Gott sei Dank bietet google ja unter “Erweiterte Einstellungen” die Möglichkeit, bestimmte Wörter auszugrenzen. Gesagt, getan. Erschreckendes Ergebnis! Es verbleiben genau 21 Suchergebnisse. Es sind auch keine Preise mehr zu sehen… doch, da! “www.hood.de” ? Nie gehört. Weitere Erkenntnis: Es handelt sich ebenfalls um ein Auktionsportal und auch hier ist das Angebot beendet. Der gute Schneidboy ist dort für läppische 12,70 Euro weggegangen, die Auktion ist natürlich beendet.

So leicht gebe ich allerdings nicht auf. Ich grenze das Wort “Auktion” aus. Die restlichen 15 Suchergebnisse verheissen schon von den Überschriften nichts Gutes.

www.dhm.de” ist kein Auktionshaus (wie auch, ist ja ausgegrenzt), sondern das “Deutsche Historische Museum”. Mir schwant Böses. Sollte es meinen geliebten Gemüseschneider etwa nicht mehr geben?

www.lustauffrisur.de” klingt in meinen Ohren jetzt nicht sooooo vielversprechend, ist aber immerhin ein HInweis darauf, dass das “Corpus Delicti” immerhin mal neu aufgelegt wurde. Das Bild von dem Karton auf Seite 17 deutet jedenfalls darauf hin. Aber auch die angegebene EAN-Nummer hilft in diesem Fall nicht weiter.

Alle anderen Suchergebnisse führen ebenfalls ins Leere, inklusive des amerikanischen Blogs der Kräuterliebhaberin Henriette, die mich während der Zubereitung einer Sellerie-Brennessel-Suppe darauf hinweist, dass sie einen Original-Schneidboy aus den 60er Jahren von ihrer Oma benutzt.

Natürlich habe ich bei der Suche ebenfalls alle Synonyme für “Gemüseschneider” oder “Gemüsehobel” abgedeckt. Ich spare mir an dieser Stelle den Bericht über die Suchergebnisse. Diverse Seiten haben mich zurückgefragt. Sind Sie Experte in Gemüsehobel? Interessieren Sie sich für Gemüsehobel? Wollen Sie Gemüsehobel verkaufen?

Aufgegeben habe ich, als ich hier gesehen habe, dass der Schneidboy sogar von Deutschen als Mitbringsel an Touristen empfohlen wird, die etwas “typisch Deutsches” mit in die Heimat nehmen wollen. Viel Spaß beim Suchen wünsche ich. Allerdings empfehle ich allen Belgiern, Österreichern, Schweizern und Polen erst mal in der Heimat bei eBay nachzusehen. Hier in Deutschland ist der Schneidboy nämlich ziemlich schwer zu bekommen.

Und an alle die, die über google zu mir gefunden haben, weil sie ebenfalls einen Schneidboy suchen: Schönen Gruß und meldet euch, wenn ihr was gefunden habt. Danke.

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Audio-Player-PlugIn // CocoRosie

18. August 2008 - 16:10 Uhr

Hell, yes!!! Ich liebe den WordPress-Audioplayer- ein winziger Schnipsel Code führt zu einem noch winzigeren Audio-Tool, dass einem gute Musik abspielt. Wie auch hier. Es handelt sich um Musik von CocoRosie. Zwei Schwestern, die gerne im Badezimmer sitzen und wirre Musik machen. Der Song stammt vom Debut-Album “La Maison de mon Rêve”.

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